| Projekt Condux
3-Achs-Fräse
Bei diesem Projekt geht es um die komplette Konstruktion und Bau der
Mechanik und Elektronik einer Fräsmaschine. Ich mache dies im Auftrag
der Firma Condux, die mir gnädigerweise auch einen CatiaV5-Arbeitsplatz
zur Verfügung stellt, ein Tool, daß ich mir sonst nie hätte
leisten können. Die Maschine wurde zunächst komplett als 3D-Modell
gezeichnet, damit hinterher auch wirklich alles zusammenpaßt (hoffentlich...).
Die Tester der Steuerung können sich jetzt wohl auch denken, warum
in letzter Zeit so wenig voran ging...
Auf dieser Seite sind schon mal ein paar Bildchen zu sehen (Vergößern
durch Anklicken). Vorbild für die Konstruktion war das Modell aus
Pappe, das ich vor ca. zwei Jahren mal vorgestellt habe. Die Bauart ist
diesmal dieselbe, nur die Abmessungen sind auf ca. 60% geschrumpft, so
daß sich jetzt ein Verfahrweg von 360 x 180 x 180mm (XxYxZ) ergibt.
Während das Pappmodell die komplette Fräse mit Sockel und Aufspanntisch
zeigt, ist in den CAD-Zeichnungen nur der obere Teil der 3-Achs-Verfahreinheit
zu sehen.
Im Gegensatz zu den meisten Portalanlagen, bei denen Das Werkstück
auf einem beweglichen Kreuztisch angeornet ist, und die Werkzeugspindel
nur in Z-Richtung bewegt wird, ist diese Maschine ist so konstruiert, daß
die X-, Y- und Z-Achse aufeinander aufbauen und der Aufspanntisch für
das Werkstück feststehend ist. Dies hat den Vorteil, später einfacher
Drehtische, Werkzeug- und Werkstückwechsler montieren zu können.
Ein wichtiges Designziel war höchstmögliche Stabilität
und Steifigkeit, um später einmal auch härtere Materialien wie
Stahl, Messing und Titan bearbeiten zu können. Deshalb wurden hier
keine Aluminiumprofile wie bei den sonst üblichen Selbstbau- und Baukastenfräsen
verwendet. Alle Rahmen und Schlitten sind Schweißkonstruktionen aus
dickwandigen Stahlplatten, die zusätzlich durch innenliegende Verstebungen
versteift sind. Alle Achsen sind durch zwei parallel verlaufende Führungsschienen
und insgesamt vier Führungswagen gelagert, wodurch Biege- und Kippmomente
gut aufgenommen werden. Leider werden dadurch die Außenabmessungen
(ca. 800mm) im Verhältnis zum nutzbaren Verfahrweg (360mm) recht groß,
aber beim unbeweglichen Unterbau ist Platz und Gewicht ja kein Problem.
Der Unterbau soll ebenfalls aus Stahlplatten zusammengeschweißt,
und zur Erhöhung der Stabilität und Schwingungsdämpfung
mit Polymerbeton ausgegossen werden.
Als Antrieb der Linearachsen finden DC-Servomotoren mit 120 bis 300W
von Tamagawa verwendung, die denen von Isel erstaunlich ähnlich sehen.
Kugelgewindespindeln von SKF mit 20mm Durchmesser und 5mm Steigung setzen
die Drehbewegung in einen linearen Vorschub um. Um eine hohe Steifigkeit
zu erreichen wurden intern spielfrei vorgespannte Muttern mit Zweipunktkontakt
ausgewählt, die für schwere Bearbeitung wesentlich besser geeignet
sind als preisgünstigeren Spindeln mit Gothikbogenprofil und manueller
Spieleinstellung. Bei den SKF-Spindeln wird die Vorspannung durch einen
internen eingeschliffenen Versatz von 2 x 2 Kugelumläufen erreicht.
Dies wirkt dann wie zwei gegeneinander verspannte Schrägkugellager. |
Bild1: CAD Gesamtansicht der 3-Achs-Einheit
Bild2: Ur-Modell aus Wellpappe
Bild3: Ansicht von Hinten, Antrieb von X- und Y-Achse
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